Posterous-Umzug

kingchaos-posterous

Es hatte sich ja seit der Übernahme durch Twitter angekündigt: Posterous schließt am 30.  April seine Pforten. Also erlaube ich mir, mit dem Archiv meines kleinen Posterous-Notizblogs hierher umzuziehen. Man sieht, wenn man auf das Datum schaut: Aktuell ist der Kram nicht gerade. Unwichtig mag er auch sein, aber so ganz im Nichts verschwinden lassen wollte ich ihn auch nicht.

Viel Spaß damit!

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Das Twitter-Archiv ist da (bei mir)

tweets

Juhu, das Twitter-Archiv ist bei seinem langsamen Ausrollen auch endlich bei mir angekommen. Ganz schick, muss ich sagen; durch die beigefügten Tweet-IDs bzw. Links ist das auch alles schön mit dem Live-Twitter verknüpft – und man kann so z.B. auch in alten Konversationen stöbern.

Natürlich lädt das ganze dazu ein, in einer gewissen Nostalgie zu schwelgen und die eigenen Twitter-Anfänge zu begutachten. Läuft aber eher darauf hinaus, es süß zu finden, wie man so als Twitter-Anfänger versucht hat, seinen Weg zu finden, wie man das neue Medium denn nun am besten nutzt. (Was man streng genommen immer noch tut, also im Falle man=ich)

Wenn es jemanden tatsächlich interessieren sollte: Mein Archiv gibt’s auf Anfrage. Vielleicht lade ich es auch irgendwo hoch…

Was machen wir hier? Und warum finde ich das eigentlich interessant?

Cube

Kürzlich hat mich eine Bekannte – sie wird sich hier wiedererkennen – auf die Frage gebracht, was wir hier eigentlich machen. Also nicht, was ich in meiner Amateurhaftigkeit versuche, sondern wir, das gesamte sogenannte Web 2.0.
Und “machen” meine ich tatsächlich im Sinne von herstellen – denn ohne Zweifel produzieren wir täglich eine nahezu unüberschaubare Menge an geschriebenem Text – wer’s nicht glaubt, schaut in seinen Feed-Reader und in seine Timeline. Ich bin kein Literaturwissenschaftler und die Frage mag trivial sein, aber: Aber ist das, was wir hier machen Literatur? Wenn ja, was für eine Art? Und wenn nein, was ist es dann?

Gut, man könnte jetzt sagen: Das ist alles nur Kommunikation, pure Erweiterung von traditionellen Verständigungsmitteln. Bei der SMS hat ja auch kein Schwein nach Literatur gefragt. Aktion – Reaktion, jemand schreit etwas in die Welt hinaus, ein anderer kommentiert – ob es nun notwendig ist oder nicht. Ich habe jedoch das Gefühl, dass da mehr ist.

Nehmen wir einmal Twitter: Twitter ist kein Chat? Twitter ist verdammt nochmal ein Chat, zumindest kann man ihn sehr gut als solchen zweckentfremden. Ich spreche da aus Erfahrung und habe da auch vollstes Verständnis für jeden, der das tut. Nichtsdestoweniger gibt es auch eine andere Art von Tweets – solche ohne @-Zeichen und Usernamen. Die Tweets, die geretweetet werden, mit Sternen geradezu überschüttet, so dass sie darunter ersticken. Die Tweets, die in Büchern erscheinen. Doch, in meiner bescheidenen Unwissenheit nenne ich das dann Literatur. Vielleicht auch Twitteratur, die Ausdrucksweisen unterscheiden sich da vielleicht etwas. Und wieder andere Leute hätten so etwas vielleicht Aphorismen genannt.

Auch bei den Blogs: Jeder bloggt anders. Es gibt Technik-Blogs, Sport-Blogs, Humor-Blogs, Spiele-Blogs, Foto-Blogs, Katzen-Blogs, Koch-Blogs, Literaturkritik-Blogs, Wissenschafts-Blogs und Musik-Blogs. Blogs über Blogs. Und dazu kommen noch all die persönlichen Blogs, Online-Tagebücher, ohne bestimmtes Thema oder Richtung. Klar, das ein oder andere Stöckchen ist auch dabei, um den nahezu unbegrenzt verfügbaren Platz zu füllen und mehr über sich zu erzählen. Aber was sind diese Blogs anderes als die Wiedergabe von Beobachtungen und Geschichten aus dem Leben. Es klingt hochtrabend und vielleicht ist das Wort dafür ja auch unangemessen, aber: Sind das nicht alles kleine Essays? Abhandlungen? Kolumnen?

Gut, im Grunde genommen ist das nur Schubladendenken. Das brauchen wir auch nicht in einem so offenen Medium wie dem Internet, deshalb verzichte ich gerne auf eine genaue Gattungsbestimmung der Texte. Worum es mir wirklich geht ist ein andere Punkt, den ich für bedenkenswert halte: Potentiell ist das alles Literatur. Vielleicht hält nicht alles bestimmten Qualitätsanforderungen stand, wahrscheinlich ist vieles auch verzichtbar, dieser Text eingeschlossen. Aber wichtiger: Jeder hat das Potential, einen Text zu schreiben und vor allem zu veröffentlichen, der genial ist, kunstvoll, diskussionswürdig oder auf eine andere Weise relevant. Auch wenn es nur einen einzigen anderen Menschen berührt oder etwas angeht. 

Nennt mich leicht zu begeistern, aber genau das finde ich faszinierend am Web2.0

Das neue ReTweet-Feature – ob das mal so gut ist?

Ab heute gehöre ich nun auch zum erlesenen Kreis, der in den Genuss dieser ReTweet-Beta bei Twitter kommt – und ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll.

Eins vorweg: Ich bin Neuerungen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen eingestellt und ich will nicht an einer Verbesserung herumkritisieren, nur weil es sich dabei um eine Veränderung handelt. Also machen wir doch mal eine Liste der positiven und negativen Auswirkungen:

+ einfacheres ReTweet-Handling – einen Button drücken genügt.

– das könnte natürlich auch zu mehr ReTweet-Spam führen

+ die ReTweets von Usern, die zuviel Gebrauch von dem Feature machen, können aber auch blockiert werden, so dass sie nicht mehr in der eigenen Timeline erscheinen (die normalen Tweets aber immer noch)

+ zu dem ReTweet wird das Profilbild des Ursprungs-Posters gezeigt, d.h. größerer Fokus auf diesen und evtl. größerer Anreiz, dem auch zu folgen

– man sieht nicht mehr auf den ersten Blick, wer jetzt geretweetet hat

Soweit ganz ausgeglichen. Aber ein großes Minus scheint für mich ausschlaggebend:
Es ist nicht möglich, seinen eigenen Senf zum ReTweet dazuzugeben, keine Kommentarfunktion (beim herkömmlichen ReTweet schreibt man’s einfach davor), keine Möglichkeit, neue Hashtags hinzuzufügen. Tja, schade eigentlich.

EDIT 20.02.2013:
Tja, die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen. Erst gestern habe ich noch über Leute gewundert, die noch dem traditionellen RT frönen – daher lustig, das wieder zu lesen. Aber meine Twitter-Nutzung von vor drei Jahren ist eben nicht meine Twitter-Nutzung von heute . Und so möchte ich mir auch gerne in dem damals als “ausschlaggebenden” Punkt widersprechen: Ein kommentierender, traditioneller “Kommentar RT @ …”-Retweet und native RT-Funktion schließen sich ja zum Glück nicht gegenseitig aus.